Die Geschichte des Dorfes

Bis zum 1. April 1972 war das Dorf Ahl eine selbständige Gemeinde. Dann wurde es der Stadt Bad Soden angegliedert. Am 1. Juli 1974 wurden die beiden Städte Bad Soden und Salmünster durch Gesetz zu einer neuen Stadt Bad Soden-Salmünster zusammengeschlossen. Die Gesamtstadt hatte Ende 2001 eine Flächengröße von 5861 ha und 14 269 Einwohner. Auf Ahl entfielen 335 ha und 707 Einwohner davon 363 männlich, 344 weiblich. Ausländer 28. Nach Konfessionen aufgeteilt entfielen auf römisch-katholisch. 504, evangelisch :117 und sonstige 86 Einwohner. Ahl liegt an der ehemaligen Bundesstraße 40, die viele Jahre lang die Hauptverbindung von Frankfurt nach Fulda war. In den letzten Jahren vor Fertigstellung der A66 bis Schlüchtern wurde das Verkehrsaufkommen immer größer, gleichzeitig wuchsen die Gefahren durch den Verkehr und die Belästigungen durch Lärm, Staub und Abgase. Dies hat sich seit der Inbetriebnahme der Autobahn A66  stark  gewandelt.  Auch die Ahler Vorfahren hatten sich mit dem Problem an einer belebten Straße zu wohnen über Jahrhunderte hinweg auseinanderzusetzen. Denn Ahl lag schon immer an der Durchgangsstraße zwischen Frankfurt und Leipzig, des "Reiches Straße". Nur waren die Verhätnisse anders, aber die Sorgen und Nöte gewiß größer. Wie viele Menschen mögen im Lauf der Jahrhunderte durch das Dorf gezogen sein? Gewöhnliche Reisende, hochgestellte Persönlichkeiten, aber auch immer wieder Soldaten, Soldaten Soldaten…. Viele Sorgen und großes Leid haben die durchziehenden Heere im Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648), im Siebenjährigen Krieg (1756 1763)und in den napoleonischen Kriegen (1805 - 1813) durch Einquartierungen und Plünderungen hinterlassen.  Es gibt kaum überlieferungen aus dieser Zeit. Ein mahnendes Beispiel aber ist das Nachbardorf Auerbach (ehemals dort gelegen, wo heute die Sperrmauer des Kinzigstausees beginnt): Im Dreißigjährigen Krieg starb die Bevölkerung durch Pest und Kriegswirren aus.Die erste urkundliche Erwähnung Ahls stammt aus dem Jahre 1326. Damals verkaufte der Edelknecht Eckart Ruschen in Alda, wie Ahl früher hieß, einen Hof (den Sanders Hof, später im Eigentum der Familien Gärtner und Walter) an Konrad Schubern. Ein anderer Hof des Hen Elsasser (Ellenbrand/Wolf) wird 1516 urkundlich erwähnt. Um diese Zeit sind die Herren von Hutten die Territorialherren. Sie verkaufen 1540 die Hälfte der Herrschaft Salmünster mit Ahl als Teil ihres fuldischen Lehens an den Erzbischof von Mainz, Albrecht von Brandenburg.    Das Erzbistum Mainz kam durch Kauf nach und nach in Besitz von 4/5 des Dorfes. Bei jedem Regentenwechsel ließen sich die nunmehr drei Landesherren Fulda, Mainz und von Hutten auf dem Rathaus zu Salmünster von ihren Untertanen huldigen. Wechselhaft ist die Geschichte des Amtes Salmünster, zu dem Ahl gehörte. So kaufte das Hochstift Fulda 1734 den im Besitz von Mainz befindlichen Teil des Amtes Salmünster mit der Gemeinde Ahl zurück. 1742 gelangte das Fünftel, das sich noch im Besitz derer von Hutten befand, an Fulda. Von 1802 bis 1806 gehörte dann das Amt Salmünster dem Fürstentum Fulda an, wurde 1806 bis 1810 dem Departement Fulda zugeordnet, um 1810 bis 1813 dem Großherzogtum Frankfurt zugeschlagen zu werden. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Reiches war es noch Österreichisch und wurde 1816, nach dem Wiener Kongress, dem Kurfürstentum Hessen zugeteilt, dem es bis 1866 angehörte. 1866 kam die Gemeinde Ahl im Kreis Schlüchtern zu Preußen. Der Kreis wurde 1945 auf Beschluss der amerikanischen Militärbehörde dem Land Hessen zugeordnet. Die Lage an der Hauptdurchgangsstraße wurde dem Dorf 1945 beinahe zum Verhängnis. Von Salmünster und Bad Soden heranziehende amerikanische Panzerverbände hatten das Dorf eingenommen. Versprengte deutsche Soldaten beschossen außerhalb des Dorfes Richtung Steinau, in der Nähe des Friedhofes, die Panzer. Dabei wurde ein amerikanischer Soldat erschossen. Da die Amerikaner annahmen, die Beschießung sei aus der Bevölkerung von Ahl gekommen, sollte das Dorf dem Erdboden gleichgemacht werden. Die Zerstörung Ahls war für Ostersonntag, 18 Uhr, vorgesehen. Die Bewohner wurden mit Hab und Gut und Vieh in die Nachbargemeinden evakuiert. Vor allem durch die Fürsprache des englischen Majors Bedding, der sich in Kriegsgefangenschaft in Bad Soden befand, konnte die Zerstörung des Dorfes abgewendet werden.    Zum Gedenken an die Rettung des Dorfes legte die Bevölkerung am 10.3.1946 ein feierliches Gelöbnis ab, den 1. April als "Verlobten Tag" jedes Jahr zu begehen, was heute noch geschieht.

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